Cosori TurboBlaze oder Ninja Dual Zone: ein Korb oder zwei Schubladen?

Zwei Heißluftfritteusen für dieselbe Küche, gebaut nach zwei gegensätzlichen Ideen. Die eine hat einen einzigen großen Korb und regelt darin fünf Gebläsestufen von dreißig bis zweihundertdreißig Grad. Die andere teilt ihren Garraum in zwei getrennte Schubladen, die gleichzeitig mit verschiedenen Temperaturen und Zeiten laufen. Daran hängt, ob eine Mahlzeit in einem Durchgang fertig wird oder in zwei.
Wer erst noch sortiert, welche Größe zum Haushalt passt, findet den Überblick bei den Heißluftfritteusen. Hier stehen die beiden Bauarten mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die Cosori, wenn ein großes Gericht in einem Stück gegart wirdquadratischer Sechs-Liter-Korb, fünf Gebläsestufen und ein Bereich von dreißig bis zweihundertdreißig Grad
- Die Ninja, wenn zwei Dinge gleichzeitig fertig werden sollenzwei Schubladen mit je 3,8 Litern, unabhängig in Zeit und Temperatur, je Fach ein Kilogramm Pommes
- Beide sparen gegenüber dem Backofen deutlich Energie, weil sie kein 68-Liter-Volumen aufheizen müssen
Die zwei Kandidaten
Cosori TurboBlaze
Ein Korb mit sechs Litern
Ninja Dual Zone DZ300EU
Zwei Schubladen, zwei Zeiten
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Cosori TurboBlaze | Ninja Dual Zone DZ300EU |
|---|---|---|
| Gesamtvolumen | 6 l | 7,6 l |
| Größter Einzelraum | 6 l am Stück | 3,8 l je Schublade |
| Garzonen | 1 | 2, unabhängig regelbar |
| Temperaturbereich | 30 bis 230 °C | keine Angabe |
| Gebläsestufen | 5 | keine Angabe |
| Programme | 9 | 6 |
| Beladung beziffert | keine Angabe | 1 kg Pommes je Fach |
| Geräusch | unter 53 dB | keine Angabe |
| Ersparnis gegen den Ofen | bis 67 Prozent Energie | bis 75 Prozent Energie |
| Zeitvorteil beziffert | keine Angabe | bis 75 Prozent schneller |
| Teigführung und Backen | ja, ab 30 °C | keine Angabe |
| Gewicht | rund 5,4 kg | 8,2 kg |
| Stellfläche | rund 40 mal 30 cm | 38 mal 26,5 cm |
| Bauhöhe | rund 30 cm | 31,5 cm |
| Zubehör | keine Angabe | Crisper-Einsätze und Rezeptheft |
| Spülmaschine | geeignet | geeignet |
| Modell | CAF-DC601-KEU | DZ300EU |
Werte nach den Angaben der Hersteller zu beiden Modellen. Ninja nennt weder Temperaturbereich noch Geräuschpegel, Cosori keine Beladungsgrenze in Kilogramm; diese Zeilen lassen sich deshalb nicht gegenüberstellen. Die Ersparnisangaben beziehen sich auf unterschiedliche Vergleichsöfen und Gerichte und sind nicht direkt vergleichbar. Maße und Gewichte der Cosori stammen aus den Versandangaben des Handels und sind gerundet. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum Liter die falsche Größe sind
Die Rechnung mit der Einzelschicht
Heißluft gart, indem sie an jedem Stück vorbeiströmt. Was gestapelt liegt, bekommt keine Luft und wird weich statt knusprig.
Nutzbar ist deshalb nur die unterste Lage, praktisch drei bis vier Zentimeter Füllhöhe. Ein Korb von sechs Litern mit rund zweiundzwanzig Zentimetern Kantenlänge ist aber gut zwölf Zentimeter tief.
Von den sechs Litern bleiben so etwa anderthalb Liter tatsächlich in Gebrauch, also ein Viertel. Beim Zwei-Zonen-Gerät sind es zwei mal knapp ein Liter, zusammen also etwa dasselbe.
Praktisch heißt das: Die Literzahl auf dem Karton sagt vor allem etwas über die Bauhöhe aus. Wer die Menge abschätzen will, denkt in Bodenfläche und nicht in Volumen.
Was zwei Zonen an Zeit sparen
Die Rechnung mit den zwei Gängen
Eine Mahlzeit aus Pommes und Hähnchenschenkeln braucht zwei verschiedene Zeiten und zwei verschiedene Temperaturen, etwa zwanzig Minuten bei zweihundert Grad und fünfundzwanzig Minuten bei hundertachtzig.
In einem einzelnen Korb läuft das nacheinander: zwanzig plus fünfundzwanzig Minuten, dazu zweimal Aufheizen, macht rund fünfzig Minuten. Das zuerst Gegarte ist am Ende kalt.
In zwei Zonen läuft beides gleichzeitig, die Mahlzeit ist nach den längeren fünfundzwanzig Minuten fertig, und beides zur selben Zeit.
Praktisch heißt das: Der Vorteil greift nur bei zwei getrennten Komponenten. Wer ein einziges großes Gericht macht, hat mit zwei kleinen Schubladen die schlechtere Aufteilung, weil ein ganzer Blumenkohl oder ein Blech Gemüse nirgends am Stück hineinpasst.
Wie viel Platz das Gerät wirklich braucht
Die Rechnung mit der Arbeitsplatte
Eine Küchenarbeitsplatte ist üblicherweise sechzig Zentimeter tief, der Hängeschrank beginnt meist fünfzig bis sechzig Zentimeter über ihr.
Beide Geräte blasen ihre heiße Abluft nach hinten oben aus und brauchen dort mindestens zehn Zentimeter frei. Bei vierzig Zentimetern Gerätetiefe bleiben von den sechzig also gut zehn Zentimeter Rest, bei 26,5 Zentimetern deutlich mehr.
Nach oben ist es umgekehrt unkritisch: dreißig gegen 31,5 Zentimeter Bauhöhe machen unter einem Hängeschrank keinen Unterschied.
Praktisch heißt das: Wer das Gerät stehen lässt, achtet auf die Tiefe. Wer es nach jedem Gebrauch wegräumt, achtet auf das Gewicht, und da liegen 5,4 gegen 8,2 Kilogramm auseinander.
Wofür welches Gerät reicht
Wer statt trockener Hitze lieber schonend gart, findet die andere Bauart bei den Dampfgarern, und wer vor allem Fleisch und Gemüse mit Röstaromen sucht, bei den Kontaktgrills.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für die Cosori spricht
- Sechs Liter in einem einzigen Korb
- Dreißig bis zweihundertdreißig Grad
- Fünf Gebläsestufen statt einer festen Drehzahl
- Neun Programme, darunter Gehenlassen und Backen
- Unter dreiundfünfzig Dezibel beziffert
- Fast drei Kilogramm leichter
Für die Ninja spricht
- Zwei unabhängige Garzonen
- 7,6 Liter Gesamtvolumen
- Beladung je Fach klar beziffert
- Bis fünfundsiebzig Prozent schneller als der Umluftofen
- Weniger Tiefe auf der Arbeitsplatte
- Crisper-Einsätze liegen bei
Beide Hersteller rechnen ihre Ersparnis gegen einen Backofen, und beide wählen dafür ein Gericht, das ihnen entgegenkommt. Ninja nennt Würstchen und Fischstäbchen gegen einen Ofen von achtundsechzig Litern, Cosori nennt keine Vergleichsbedingung. Die Größenordnung stimmt trotzdem: Ein Gerät, das drei Liter Luft aufheizt, braucht weniger als eines, das siebzig aufheizt. Bei einem vollen Blech mit vier Portionen dreht sich das Verhältnis allerdings um, denn dafür sind beide zu klein und der Ofen läuft ohnehin.
Wenn keines von beiden passt
Häufige Fragen zu Heißluftfritteusen
Wie viel Öl braucht man wirklich?
Einen bis zwei Teelöffel für einen ganzen Korb, und die verteilt man am besten in einer Schüssel am Rohgut statt sie hineinzugießen. Ganz ohne Öl geht es auch, dann bleibt die Oberfläche aber matt und schmeckt trockener. Tiefgekühlte Pommes bringen ihr Öl bereits mit und brauchen gar keines.Warum wird nicht alles gleichmäßig braun?
Weil die Luft nur an freien Flächen vorbeiströmt. Wer den Korb zu voll macht, gart die untere Lage im eigenen Dampf. Ein Durchschütteln nach der halben Zeit löst das Problem bei kleinen Teilen, bei größeren Stücken hilft nur, weniger auf einmal hineinzulegen.Muss vorgeheizt werden?
Bei den meisten Gerichten nicht, weil der Garraum klein ist und in zwei bis drei Minuten auf Temperatur kommt. Sinnvoll ist Vorheizen bei allem, was außen schnell fest werden soll, also bei Fleisch mit Kruste und bei Gebäck. Bei Tiefkühlware kann man es sich sparen.Wie reinigt man das Gerät richtig?
Korb und Einsatz sind bei beiden Geräten spülmaschinenfest, halten von Hand aber länger, weil die Antihaftbeschichtung Reiniger und Hitze nicht mag. Wichtiger ist das Heizelement unter der Decke: Dort setzt sich Fett ab, und wenn es dort verkohlt, riecht jedes weitere Gericht danach. Einmal im Monat mit einem feuchten Tuch am ausgekühlten Gerät genügt.Lohnt sich das Gerät zum Vorkochen für die Woche?
Ja, vor allem mit zwei Zonen, weil zwei Komponenten gleichzeitig fertig werden. Danach zählt aber die Aufbewahrung mehr als das Garen selbst, denn Gegartes verliert im Kühlschrank binnen Tagen an Qualität. Was dabei hilft, steht beim Vakuumierer.Die Entscheidung in einem Satz
Ninja Dual Zone Digital Air Fryer DZ300EU mit zwei Schubladen und 7,6 Liter
Wer regelmäßig eine vollständige Mahlzeit aus zwei Komponenten zubereitet, also Beilage und Hauptgericht zusammen, nimmt die Ninja, weil zwei unabhängige Zonen die Zubereitung von rund fünfzig auf fünfundzwanzig Minuten verkürzen und beides zur selben Minute fertig wird. Wer dagegen große Einzelstücke gart, Brot backt oder Hefeteig gehen lässt, ist mit der Cosori besser bedient, deren sechs Liter am Stück nutzbar sind und deren Bereich schon bei dreißig Grad beginnt. Bei beiden gilt dasselbe: Nur die unterste Lage im Korb wird knusprig, und wer sie überfüllt, macht aus jeder Heißluftfritteuse einen Dampfgarer.


