Withings Body Smart oder Renpho mit Handsensoren: Welche Körperanalysewaage?

Zwei Körperanalysewaagen mit demselben Versprechen: nicht nur das Gewicht anzeigen, sondern aufschlüsseln, woraus dieses Gewicht besteht. Beide schicken Strom durch den Körper und rechnen aus dem Widerstand auf Fett, Muskeln und Wasser zurück. Die eine tut das über die Füße und dafür mit mehreren Frequenzen, die andere zusätzlich über zwei Handgriffe und damit über einen zweiten Weg durch den Körper.
Wer erst noch sortiert, welche Bauart überhaupt sinnvoll ist, findet den Überblick bei den Körperanalysewaagen. Hier stehen die beiden Messverfahren mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Die Withings, wenn der Trend zählen sollWLAN ohne Handy in der Hand, Gewicht auf fünfzig Gramm genau, Herzfrequenz bei jedem Wiegen und ein Farbdisplay
- Die Renpho, wenn die Aufteilung nach Körperregionen interessiertacht Elektroden mit Handsensoren an einem 150 Zentimeter langen Kabel und segmentale Auswertung
- Beide messen keinen Fettanteil, sondern rechnen ihn aus einem Widerstandswert, und deshalb ist die Reihe wichtiger als der einzelne Wert
Die zwei Kandidaten
Withings Body Smart
Fünfzig Gramm Auflösung
Renpho mit Handsensoren
Acht Elektroden statt vier
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | Withings Body Smart | Renpho mit Handsensoren |
|---|---|---|
| Elektroden | über die Füße | 8, davon 4 an den Händen |
| Frequenzen | Multifrequenz | zwei Frequenzen |
| Segmentale Auswertung | keine Angabe | ja, mit Bericht in der App |
| Gewichtsauflösung | 50 g | keine Angabe |
| Herzfrequenz | bei jedem Wiegen | keine Angabe |
| Energiebedarf am Tag | wird ermittelt | keine Angabe |
| Anzeige am Gerät | Farbdisplay mit Verlauf | BMI, Fett, Muskeln, Trend |
| Übertragung | WLAN | App am Handy |
| Fremd-Apps | keine Angabe | Apple Health, Google Fit, MyFitnessPal, Samsung Health |
| Nutzer am Gerät | keine Angabe | 8, in der App mehr |
| Belastbarkeit | keine Angabe | 180 kg |
| Standfläche | rund 32,5 cm im Quadrat | rund 39 cm |
| Stromversorgung | keine Angabe | Batterie, bis 130 Tage |
| Hinweis zu Implantaten | keine Angabe | ausdrücklich genannt |
| Modell | RIV001 | R-MSC02 |
Werte nach den Angaben der Hersteller zu beiden Modellen. Withings beziffert weder Belastbarkeit noch Elektrodenzahl, Renpho nennt keine Gewichtsauflösung; diese Zeilen lassen sich deshalb nicht gegenüberstellen. Die Maße stammen aus den Versandangaben des Handels und sind gerundet. Die weiter unten gerechneten Werte zur Streuung sind allgemeine Größenordnungen aus der Messtechnik und keine Herstellerangaben. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Warum vier Elektroden den halben Körper raten
Die Rechnung mit dem Strompfad
Bei einer reinen Fußwaage tritt der Messstrom am einen Fuß ein und am anderen wieder aus. Sein Weg führt also durch beide Beine und den Beckenbereich.
Die Beine machen beim Erwachsenen rund ein Drittel der Körpermasse aus, der Rumpf etwa die Hälfte, Arme und Kopf den Rest. Mehr als die Hälfte des Körpers liegt damit außerhalb des durchflossenen Pfades.
Für diesen Teil setzt die Software Erfahrungswerte aus Alter, Größe und Geschlecht ein. Kommen zwei Handelektroden dazu, führt ein zweiter Pfad quer über den Rumpf, und dieser Anteil wird gemessen statt geschätzt.
Praktisch heißt das: Wer wissen will, ob Fett eher am Bauch oder an den Beinen sitzt, braucht die Handgriffe. Wer nur die Richtung über die Wochen sehen will, braucht sie nicht.
Was mehrere Frequenzen zusätzlich sehen
Die Rechnung mit der Zellwand
Niedrige Frequenzen im Bereich weniger Kilohertz kommen nicht durch die Zellmembran und fließen um die Zellen herum. Sie erfassen damit vor allem das Wasser zwischen den Zellen.
Hohe Frequenzen ab etwa hundert Kilohertz durchdringen die Membran und erfassen zusätzlich das Wasser innerhalb der Zellen, also den Teil, der in der Muskulatur steckt.
Aus der Differenz beider Messungen lässt sich der Anteil trennen. Eine einzige Frequenz kann das nicht, zwei können es grob, mehrere feiner.
Praktisch heißt das: Zwei Geräte können denselben Körper messen und um mehrere Prozentpunkte auseinanderliegen, ohne dass eines von beiden defekt ist. Werte verschiedener Waagen zu vergleichen ist sinnlos, Werte derselben Waage über Wochen dagegen aussagekräftig.
Wann eine Veränderung wirklich eine ist
Die Rechnung mit der Streuung
Das Körpergewicht schwankt im Tagesverlauf um etwa ein Kilogramm, allein durch Trinken, Essen und Ausscheidung. Über verschiedene Tage hinweg liegt die Streuung morgens nüchtern bei grob einem halben Kilogramm.
Bei einer Abnahme von fünfhundert Gramm pro Woche geht dieses Signal in der Tagesschwankung unter. Ein einzelner Wert am Montag gegen einen einzelnen am Sonntag sagt schlicht nichts.
Mittelt man dagegen sieben Tage, sinkt die Streuung des Mittelwerts auf etwa ein Fünftel Kilogramm. Zwei aufeinanderfolgende Wochenmittel unterscheiden sich damit deutlich messbar, wenn tatsächlich ein halbes Kilogramm verloren ging.
Praktisch heißt das: Täglich wiegen und wöchentlich auswerten. Genau dafür zeigen beide Geräte einen Verlauf, das eine als Kurve auf dem Farbdisplay, das andere als Sieben-Tage-Trend.
Wofür welche Waage reicht
Wer die Werte der Waage mit der Belastung des Tages zusammenbringen will, braucht ein zweites Gerät am Handgelenk: Die Zahlen dazu stehen bei den Fitnessuhren und, eine Stufe umfangreicher, bei den Smartwatches. Für die andere Seite der Rechnung, nämlich das, was auf den Teller kommt, lohnt der Blick auf die Küchenwaagen.
Wo jede von beiden gewinnt
Für die Withings spricht
- Messung über mehrere Frequenzen
- Gewicht auf fünfzig Gramm genau
- Herzfrequenz bei jedem Wiegen
- Täglicher Energiebedarf wird ermittelt
- WLAN statt Handy in der Hand
- Farbdisplay mit Verlaufskurve
Für die Renpho spricht
- Acht Elektroden statt vier
- Segmentale Werte und ausdruckbarer Bericht
- Bis 180 Kilogramm belastbar
- Größere Standfläche
- Acht Profile direkt am Gerät
- Batterielaufzeit von bis zu 130 Tagen
Beide Geräte teilen dieselbe Grenze, und die liegt im Verfahren selbst: Sie messen einen elektrischen Widerstand und leiten daraus alles Weitere ab. Der Widerstand hängt am Wasser im Körper, und das schwankt mit Trinkmenge, Salzaufnahme, Zyklus und Training. Ein Krafttraining am Vorabend kann den ausgewiesenen Fettanteil am nächsten Morgen um mehrere Prozentpunkte verschieben, ohne dass sich am Körper etwas geändert hätte. Deshalb gilt für beide dasselbe: morgens, nüchtern, vor dem Trinken, barfuß auf demselben Untergrund. Wer die Bedingungen wechselt, misst die Bedingungen und nicht sich selbst.
Wenn keine von beiden passt
Häufige Fragen zu Körperanalysewaagen
Wie genau ist die Fettmessung überhaupt?
Als Absolutwert ungenau, als Verlauf brauchbar. Gegenüber den Referenzverfahren aus der Medizin liegen Waagen dieser Art typischerweise mehrere Prozentpunkte daneben, und zwar in eine Richtung, die beim selben Gerät konstant bleibt. Genau das macht den Verlauf verwertbar: Der Fehler bleibt gleich, die Veränderung ist echt.Warum steht auf zwei Waagen ein anderer Wert?
Weil jeder Hersteller eine eigene Formel benutzt, um vom gemessenen Widerstand auf den Fettanteil zu schließen. Diese Formeln stammen aus Studien mit unterschiedlichen Personengruppen und sind nicht offengelegt. Zwei Geräte am selben Morgen können deshalb problemlos vier oder fünf Prozentpunkte auseinanderliegen.Wann sollte ich mich wiegen?
Morgens nach dem Aufstehen, nach dem Toilettengang und vor dem ersten Getränk, barfuß und ohne Kleidung. Der Untergrund muss hart sein, auf Teppich verkanten sich die Sensoren und der Wert wird zufällig. Wer diese Bedingungen einhält, hat die größte Fehlerquelle bereits ausgeschaltet.Darf jeder eine solche Waage benutzen?
Nein. Der Messstrom ist zwar sehr klein, aber Menschen mit Herzschrittmacher oder anderen aktiven Implantaten sollen Geräte mit Körperanalyse nicht verwenden, ebenso wenig Schwangere. Renpho weist ausdrücklich darauf hin. In diesen Fällen bleibt die reine Gewichtsmessung, für die eine einfache Waage genügt.Ersetzt die Waage andere Messungen?
Sie ergänzt sie. Ein Maßband am Bauchumfang kostet nichts und zeigt Veränderungen, die keine Formel schätzen muss, und wer aus gesundheitlichen Gründen misst, kommt an weiteren Werten ohnehin nicht vorbei. Was dazu regelmäßig kontrolliert wird, steht beim Blutzuckermessgerät.Die Entscheidung in einem Satz
Withings Body Smart Körperanalysewaage mit WLAN und Multifrequenz-BIA
Wer über Monate abnehmen will und dafür eine saubere Kurve braucht, nimmt die Withings, weil fünfzig Gramm Auflösung feiner sind als jede reale Veränderung, die Übertragung über WLAN keinen Tag ausfallen lässt und Herzfrequenz sowie Energiebedarf ohne Zusatzgerät mitlaufen. Wer dagegen wissen will, wo am Körper sich etwas verändert, ist mit der Renpho besser bedient, deren acht Elektroden einen zweiten Strompfad über den Rumpf legen und damit messen, was Fußwaagen aus Alter und Größe schätzen müssen. Beide rechnen ihre Prozentzahlen aus einem Widerstandswert, und deshalb ist bei beiden die Reihe über die Wochen aussagekräftig und der einzelne Morgen nicht.



